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Jim Devcon-Serie
NEUESTER BAND:
Seele in Fesseln

<font color="#000000">Jim Devcon-Serie</font color="#000000"><br /><font color="#DF0101">NEUESTER BAND:</font color="#DF0101"><br /><font color="#000000">Seele in Fesseln</font color="#000000">

Mitten in der Stadt liegt ein toter alter Mann. Er ist klapperdürr und nur mit einem Krankenhemd bekleidet. In seinen Händen hält er eine Botschaft: Sie müssen es verstehen!
Jim Devcon und sein Team machen sich auf die Suche nach einem Todesengel, der in den Krankenhäusern sein Unwesen treibt. Doch es ist viel schlimmer. Denn der Täter strebt nicht nach Erlösung. Er will der Öffentlichkeit etwas zeigen. Etwas, vor dem wir uns alle fürchten. Weil es jeden treffen kann. Zu jeder Zeit …

„Seele in Fesseln“ ist ein Psychothriller über eine stille, aber sehr reale Gefahr!

Cover SeeleinFesseln 2

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  PROLOG

Sie bekam nur schwer Luft, atmete wie durch einen Strohhalm. Gleichzeitig schienen Steine auf ihr zu lasten. Tonnenschwere Steine, die sie immer tiefer hinabdrückten, einem harten Grund  entgegen. Ein Albtraum!

Sie versuchte, sich frei zu strampeln, wollte die Bettdecke loswerden, die sich anscheinend in eine stramme Fessel verwandelt hatte. Sie erschrak bis ins Mark, als sie merkte, dass sie kein Glied rühren konnte. Dass sie noch nicht einmal ihre Augen öffnen konnte. Weil etwas auf ihren Lidern lastete, sie gewaltsam geschlossen hielt. Zwei kräftige Daumen? Es drückte so sehr, dass es schmerzte. Als versuchte jemand, ihre Augäpfel zu zerquetschen.

Sie wollte schreien und schluckte stattdessen, spürte ein Brennen im Rachenbereich. Nach einem  kurzen Stich. Da war etwas in ihrem Mund. Ein Gegenstand. Sie stellte das Atmen instinktiv ein. Ihre  Brust schien zu platzen. Als hätte sich ihre Angst in einen riesigen Parasiten verwandelt, der aus  ihrem Körper herausbrechen wollte. Wie eines der schrecklichen Aliens in diesem Film …

Ruhig!, mahnte eine Stimme, von der sie nicht wusste, woher sie kam. Was sie aber wusste war, dass  es nicht ihre eigene war. Ihr Herz klopfte. Außerdem schien etwas in ihren Schläfen zu stecken.  Etwas, das sich anfühlte wie Messerspitzen, die in ihr Fleisch stachen.

Jetzt wach endlich auf!, flehte die andere Stimme in ihrem Kopf. Es war ihre.

Sprechen oder gar um Hilfe rufen konnte sie nicht. Ihre Lippen blieben aufeinandergepresst. Alles um  sie herum schien hermetisch abgeriegelt zu sein. Ihr Kopf, ihre Glieder, nichts war mehr beweglich. Ihr gesamter Körper war ein einziger Schmerz. Ihr Herz hämmerte. Was war hier los, wieso wachte sie nicht endlich auf? Sie fing an, wieder zu atmen, ohne es bewusst wahrzunehmen. Sie registrierte nur, dass es keine normale Atmung war. Unruhige Farbkleckse rotierten durch das Dunkel hinter ihren gewaltsam geschlossenen Augenlidern. Ein Indiz für Bluthochdruck … der Angst wegen … mörderische Angst …

Stopp!, brüllte die fremde Stimme. Denk an was anderes!

Sie gehorchte und zwang sich, sich auf ihre Atmung zu konzentrieren in diesem fürchterlichen Traum, in dem ihr Bewusstsein sich verfangen hatte. Und in dem es immer eisiger wurde. Auch von der Witterung her. Sie fror. Erbärmlich. Die Kälte, sie schien wie mit Tentakeln nach ihr zu greifen und ihre einzelnen Glieder fest zu umschließen. So fest, dass sie es kaum aushielt. Doch die Qual wurde stärker. Und stärker. Sie rollte die Augen hinter ihren zugedrückten Lidern, nahm grelle Streifen wahr. Und Kreise, die sich ausdehnten, nach oben schwebten, sich auflösten und an anderer Stelle umher schwirrten. Wie ein wütendes Insektenheer.

Atme einfach! Denk an nichts!, befahl die fremde Stimme.

Sie schluckte und realisierte abermals den Gegenstand in ihrem Mund. Unendlich vorsichtig tastete sie ihn mit ihrer Zungenspitze ab. Das Material schien widerstandsfähig zu sein. Stabil. Außerdem schmeckte es nach Gummi. Was ist das nur? Ein Bild tauchte vor ihrem geistigen Auge auf. Innerhalb ihres Schädels begann es zu rauschen. Als wandele sich ihr Blut in einen reißenden Strom. Ein Schlauch, es ist ein Beatmungsschlauch! Schmal und aus elastischem Material. Ihr Herz schlug schneller, verursachte noch mehr Farbkleckse, die hinter ihren Augenlidern explodierten wie bei einem Feuerwerk. In ihrem Mund steckte ein Schlauch, der sie mit Sauerstoff versorgte. Wieso? Warum?

Was zur Hölle war geschehen? Hatte sie von einem Unfall geträumt? Mit dem Auto? Flugzeug? Oder war sie gestürzt? Wo? Wann? Sie erinnerte sich an nichts dergleichen. Und ihr Geist, er kam nicht frei, blieb weiterhin in der Albtraumwelt verwurzelt. Obwohl sie sich nicht bewegen konnte, kam es ihr vor, als würde sie um die eigene Achse rotieren. In immer höherer Geschwindigkeit. Schwindel umfing sie, sie spürte, wie starke Übelkeit in ihr hochstieg.

Stopp, Schluss!, schrie die fremde Stimme in ihrem Kopf. Hör auf, dich zu Tode zu denken!

Okay …

Atmen. Einfach weiter atmen. Nur nicht die Sauerstoffzufuhr unterbrechen. Denn dann wäre es vorbei. Was eigentlich? Ich träume doch nur! Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich aufwache.

Sie stellte erleichtert fest, dass die Übelkeit nachließ und das Feuerwerk aus grell leuchtenden Farbklecksen schwächer wurde. Sie nahm nur noch das Glimmen vereinzelter Lichter wahr, die sich immer weiter entfernten. Dann umgab sie Dunkelheit. Undurchdringliche Schwärze. Kälte. Und Stille. Jedoch keine angenehme. Irgendetwas schien noch in ihrem Unterbewusstsein zu lauern. Etwas, das sie vom Aufwachen abhielt. Oder vom Übergang in einen traumlosen erholsamen Tiefschlaf. Aber wenn ich träume, wieso sind meine Gedanken so klar? So logisch und rational? Ihr Herz begann erneut schneller zu schlagen, es raste förmlich.

So wird das nichts, stellte die fremde Stimme fest, und sie klang zornig. Beruhige dich! Sofort! Oder …

Oder was? Würde sie sterben? Im Traum? Und wenn? Wäre das schlimm? Irgendwann musste er doch zu Ende sein, dieser Traum. Und wieso träumte sie überhaupt so etwas? Etwas so Gruseliges, das sich surreal anfühlte, aber dennoch echt wirkte?

Normalerweise erinnerte sie sich nach dem Aufwachen immer nur an wirres Zeug. An Banalitäten aus ihren Alltagserlebnissen, Szenen aus einem Film, die sich aus irgendeinem Grund in ihrem Hirn festgesetzt hatten. So wie letztens der gesichtslose Golem, der keine panische Menschenmenge sondern sie jagte. Durch ein Shoppingcenter. Oder die Traumsequenz von dem Hund mit den roten Augen und dem Toupet auf dem Schädel, der zum Präsidenten der ganzen Welt gewählt worden war und mit geifernden Lefzen seine Antrittsrede bellte. Eigentlich witzig.

Das hier war aber nicht witzig.

Sie spürte, wie die Angst sie umklammerte. Wie Stacheldraht, der sich in ihr Fleisch bohrte. War es normal, innerhalb eines Traums über Träume nachzudenken? Und dabei eine fremde Stimme zu hören? Oder war sie wach und befand sich tatsächlich in dieser beklemmenden Situation? Warum? Wie sollte das möglich sein? Und wo genau würde sie sich im Moment aufhalten? In welcher Art Gefängnis? Bewegungslos und von Kräften umgeben, die sie lähmten und sie nur mittels eines dünnen Schlauchs am Leben hielten, durch den sie mehr schlecht als recht atmete? Wer oder was hatte sie in diese Lage gebracht? Und wieso hatte man sie derart außer Gefecht gesetzt?

Sie spürte, wie es sie heiß durchflutete. Unangenehm heiß. Als hätte sich das Blut in den Adern ihres ausgekühlten Körpers in Lava verwandelt. In ihr keimte ein Verdacht. Erst ganz leise. Doch dann drängte sich diese Annahme immer stärker in den Vordergrund. Ihr Herz schlug schnell, viel zu schnell. Selbst die fremde Stimme in ihrem Kopf schwieg. Starr vor Entsetzen. Es war eine fürchterliche Vorstellung, die sich in ihren Geist gestohlen hatte. Eine Vorstellung, so grausam, dass sie auf keinen Fall wahr sein durfte.

1

 

Wenige Stunden zuvor, Frankfurt am Main, Nähe Messeturm

Laut Kalender waren es noch knapp zwei Wochen bis zum offiziellen Frühlingsbeginn. Jim Devcon warf einen Blick auf das Thermometer im Cockpit seines BMW und runzelte die Stirn. Außentemperatur: stolze zwei Grad. Minus. Nachts war es nach wie vor empfindlich kalt, die Beete entlang der Straße blieben winterkahl.

Devcon stoppte an einer roten Ampel und sah nach oben. Der Mond stahl sich hinter vorbeiziehenden Schnee- oder Regenwolken hervor und leuchtete in Form einer Sichel vom Himmel. Die Lichter über der Fahrbahn brachen sich auf dem feucht glitzernden Asphalt. Devcon fröstelte es beim Gedanken daran, dass er in wenigen Minuten das beheizte Auto verlassen musste. Er sehnte sich nach seinem warmen Bett. Manchmal hasste er seinen Job. Jetzt gerade zum Beispiel.

Widerwillig gab er Gas, als das Ampellicht auf Grün umsprang. Devcon hielt sich rechts, ließ die Festhalle und die rund zwanzig Meter hohe Skulptur des Hammering Man hinter sich. Wie automatisch wandte er den Blick zum denkmalgeschützten Gebäude auf der rechten Seite, registrierte die Löcher in den Scheiben, den bröckelnden Sandstein. Es verfiel, das alte Polizeipräsidium. Jahrelang war es Devcons Arbeitsplatz gewesen. Nun diente es Obdachlosen als Schlafgelegenheit.

Devcon sah nach vorne und fragte sich, wann er das letzte Mal so wenig Verkehr in Richtung Innenstadt erlebt hatte. Er unterdrückte ein Gähnen und seufzte, beneidete seine Mitbürger, die sonntagnachts um kurz nach eins friedlich schliefen, während er hinterm Steuer seines Wagens klebte. Das klingelnde Handy hatte ihn aus der Bettschwere gerissen, die sich nach einem entspannten Abend eingestellt hatte. Ein Abend ohne Diskussionen. Weil niemand da gewesen war, der bei der Wahl des Fernsehprogramms hatte mitreden wollen.

Tatjana war am Nachmittag mit ihrer Freundin Sibylle nach Mallorca aufgebrochen. Ein paar Tage abfeiern und Wellness im Hotel. An sich nicht die Art Urlaub, die Tatjana bevorzugte. Nach dem Horror, den ihre Freundin im vergangenen Herbst in Kanada erleben musste, hatte sie jedoch gleich zugesagt, sie zu begleiten. So ganz wieder hergestellt war Sibylle nämlich nicht. Weder psychisch noch gesundheitlich. Die tagelange Gefangenschaft in einer finsteren Höhle hatte nicht nur extreme Angstzustände, sondern auch eine schwere Lungenentzündung verursacht. Beides hatte stationär behandelt werden müssen.

Jim Devcon hatte der Woche als Strohwitwer mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen. Einerseits vermisste er Tatjana, sobald sie nicht um ihn herum war. Ganz gleich wie widerborstig sie sich manchmal auch betrug. Andererseits fand er es schön, mal all die Dinge tun zu können, zu denen er in Tatjanas Gesellschaft garantiert nicht kam. Wie zum Beispiel an einem Sonntagabend den Tatort im Ersten zu verweigern.

Devcon vermied in seiner Freizeit jede Aktivität, die mit seiner Arbeit in Verbindung stand. Jäger, Hobbyschütze, so etwas käme für ihn nie in Frage. Selbst Leistungssport lehnte er kategorisch ab. Und Kriminalfilme sah er sich auch nicht an im Gegensatz zu Tatjana, die das für ihre Psychohygiene brauchte, wie sie sagte. Um die Illusion am Leben zu halten, dass es bei ihnen im Fachkommissariat ebenfalls Fälle geben könnte, die vollständig gelöst wurden. Bei denen nicht die Mächtigen, sondern die Kriminalbeamten siegten. Diesem Wunsch hatte Devcon nichts entgegenzusetzen. Wenn es Tatjanas Weg war, der Sinnkrise Paroli zu bieten, die in den vergangenen Jahren bei jedem Menschen aufgekommen wäre, der erlebt hätte, was sie erleben mussten, wollte Jim Devcon ihr da nicht reinreden. Er las dann solange. In den Büchern seiner verstorbenen Frau, deren Sammlung bis heute die Regale in seinem Wohnzimmer füllte.

In seine Gedanken versunken, bekam Devcon nur am Rande mit, dass er seinen Zielort fast erreicht hatte. Wie ein einsamer Ritter fuhr er durch die schlafende Altstadt, registrierte verschlossene Rollos und dunkle Fenster, die ihm wie leere Augenhöhlen vorkamen. Er zog eine Grimasse und lenkte den BMW zum Domplatz, parkte den Wagen am Straßenrand und pfiff auf das Halteverbot. Um diese Zeit gab es keine Kontrollen. Lohnte nicht. Und mit Passanten, die sein halb auf dem Bordstein abgestellter Wagen behindern konnte, rechnete Devcon zu der nächtlichen Stunde und bei dem Wetter auch nicht.

Er stieg aus, schlug den Kragen seiner gefütterten Lederjacke hoch und starrte missmutig nach oben, zum Turm des Kaiserdom St. Bartholomäus, der in den Nachthimmel ragte. Ein Turm aus einer Welt, in der das Böse herrscht. Devcon wunderte sich nicht über seine finstere Assoziation. Jeder Ort, der zum Schauplatz eines Mordes geworden war, behielt in Devcons Wahrnehmung einen Makel zurück. Das Mal des Bösen, das wie eingebrannt in seinem Gedächtnis glühte und alle Schönheit bannte. Ins Dunkle abdrängte. Für immer. Devcon sah woanders hin und lief los.

Das polizeiliche Band zur Abriegelung des Tatorts flatterte ihm nach wenigen Schritten entgegen. Er ließ die mit Kopfstein gepflasterte Gasse entlang der Dommauer hinter sich und kam vor dem Zugang zum Römerplatz zum Stehen. Schaulustige machte er keine aus, obwohl die Scheinwerfer auf dem Dach des mobilen Einsatzwagens für ein gleißendes und weithin sichtbares Licht sorgten. Wer zu dieser Zeit draußen herumlief, war entweder zu betrunken, um mitzubekommen, was vor sich ging, oder wollte lieber nicht gesehen werden. Schon gar nicht von der Polizei.

Devcon zückte seinen Dienstausweis und nickte dem jungen Mann von der Schupo zu, hob das Flatterband an und ging in gebeugter Haltung darunter durch. Er sondierte die Lage, sah die Statue der Justitia, wie sie im grellen Licht der Scheinwerfer erstrahlte. Ihre linke Hand, in der sie die Waage der Gerechtigkeit hielt, war stolz in Richtung Rathaus erhoben, dessen Fassade ebenfalls vom Licht gestreift wurde. Mehrere Uniformierte standen um den verschnörkelten Eisenzaun Spalier, der den Justitia-Brunnen vor respektlosen Zeitgenossen abschirmte, die das Denkmal als Urinal missbrauchen würden.

Der Polizeifotograf tobte sich aus, Devcon konnte allerdings nicht erkennen, wen oder was er von allen Seiten knipste. Die Rückenansicht eines ihm wohlbekannten, jungen Mannes versperrte ihm die Sicht. Devcon setzte sich in Bewegung, das markante Gesicht verzogen, die wachen dunklen Augen verengt. Knapp vierzig Jahre im Polizeidienst hatten es nicht vermocht, dass er einer ermordeten Person gelassen gegenüber trat. Bei aller Routine löste der Anblick eines getöteten Menschen in Jim Devcon jedes Mal aufs Neue einen Gefühlsschub aus. Nicht, weil er kein Blut sehen konnte. Er spürte die Präsenz der finsteren Seiten der Menschen mit jeder Faser seines Körpers. Wie einen kalten Platzregen, der kurz und heftig auf ihn niederging.

»Also gut, was ist hier los?«

Der Fotograf, der junge Mann und drei weitere Devcon unbekannte Männer wandten sich zu ihm um.

»Salve, Chef«, begrüßte ihn Sascha Grafert. Sein lässig gebundener Pferdeschwanz klebte von der Feuchte vollgesogen schlaff am Hinterkopf, die Schultern hatte er hochgezogen. Offensichtlich fror er, obwohl er einen dicken schwarzen Parka und einen riesigen Schal trug. Grafert hatte Bereitschaftsdienst geschoben, war von der Schutzpolizei alarmiert worden und stand schon länger hier draußen. »Tut mir leid, dass ich dich rausgescheucht habe, Chef. Aber was Besseres ist mir nicht eingefallen. Ich gebe zu, ich bin ratlos. Vollkommen ratlos, um ehrlich zu sein.«

Devcon zog die linke seiner fast schwarzen Augenbrauen hoch, die schmalen Lippen gespitzt. Kommissar Sascha Grafert, der weiß Gott kein Problem mit seinem Selbstbewusstsein hatte und bis vor kurzem noch felsenfest davon überzeugt war, dass er mit seinen Anfang dreißig einen wesentlich besseren Dienststellenleiter abgeben würde als »das Fossil aus Amerika« – dieser Mann bezeichnete sich als »ratlos«? Stockenten mitten in der Wüste hätte Devcon für wahrscheinlicher gehalten.

»Okay, dann lass mal sehen«, meinte er und nahm am Rande den erstaunten Blick einer jungen Frau wahr. Sie trug eine orangefarbene Rettungsdienstjacke mit silbernen Reflektoren und wunderte sich vermutlich über seinen breiten US-Südstaatenakzent. Jim Devcon kannte das schon. Obwohl er deutlich mehr Jahre im deutschen Polizeidienst verbracht hatte als in seinen jungen Jahren beim San Antonio Police Department, konnte und wollte er seine Herkunft nicht verbergen. Besonders sein gerolltes R klang so, als wäre er erst vor einigen Tagen im sprachlichen Neuland angekommen.

»Ich baue auf deine Weisheit, Chef.« Sascha Grafert trat zur Seite.

Devcon taxierte ihn mit gerunzelter Stirn und verkniff sich den Kommentar, der ihm auf den Lippen brannte. Lass das Schleimen, junger Freund, da besteht akute Frostgefahr. Der Polizeifotograf, offenbar zufrieden mit seiner Ausbeute, machte Devcon ebenfalls Platz.

»Holy Shit!«

Er schlug sich die Hand vor den Mund. Das Fluchen in seiner Muttersprache war ihm schneller herausgerutscht als eine lose gedrehte Schraube aus der Windung. Sascha Grafert murmelte etwas, Devcon hörte nicht zu, gebannt vom Anblick des Toten. Es war der Leichnam eines sehr alten und sehr kranken Mannes. Körper und Gesicht waren ausgemergelt, zeugten davon, dass der Tod schon zu Lebzeiten des Greises mit seinem Werk begonnen haben musste. Hohlwangig, ein nahezu lippenloser Mund und tief in den Höhlen liegende Augen zeichneten ein Bild des Leids, ließen auf eine qualvolle Existenz schließen. Zumindest in den letzten Lebenswochen. Oder Monaten. Bekleidet war der dürre Leib lediglich mit einem Krankenhemd, sodass Jim Devcon gar nicht anders konnte als die vielen Einstichwunden und Blutergüsse an beiden Armen des Toten zu registrieren.

»Zuerst tippte ich ja auf einen Junkie. Aber dann dachte ich, in einem solch biblischen Alter ist das wohl eher ausgeschlossen«, hörte er Grafert mit hilflos klingender Stimme sagen.

»Das Wort Junkie erscheint auch mir falsch gewählt, da hatten Sie gleich den richtigen Riecher, junger Mann.«

Jim Devcon wandte sich um und starrte die Person ungläubig an, zu der die ruhige und souveräne Stimme gehörte. Eine Stimme, die es unter normalen Umständen stets vermochte, ein Gefühl von Wärme und Zuversicht zu erzeugen.

»Was, um alles in der Welt, machst du um diese Zeit hier draußen, Hans?« Devcon blickte dem Mann im grauen Wintermantel und der dunkel karierten Schirmmütze auf dem Haupt verdutzt entgegen. Als würde er seinen eigenen Wahrnehmungen misstrauen und in Wahrheit ins Nichts sprechen.

Professor Dillinger, Leiter des Rechtsmedizinischen Instituts im Haus 44 des Universitätsklinikums, zuckte die Achseln. Sein für einen Vierundsechzigjährigen erstaunlich faltenfreies Gesicht war aufgrund der strammen Witterung leicht gerötet. »Personalmangel, lieber Jim. Dürfte dir nicht ganz fremd sein, die Problematik, nicht wahr? Auch du als Chef deiner Abteilung stehst ja mal wieder selbst hier.« Dillinger lächelte verschmitzt. Devcon grinste ebenfalls. Wenn auch eher schief.

»Da kann er nix dafür, ist meine Schuld«, murmelte Grafert, die Hände in den Taschen seiner Jacke vergraben, Blick Richtung Schuhspitzen.

Dillinger klopfte dem Kommissar auf die Schulter. »Es war korrekt, dass Sie die alten Hasen aus ihrem Bau gejagt haben, junger Mann. Wie es scheint, liegt hier ein besonders perfides Verbrechen vor.« Dillingers Blick umwölkte sich, als er zu dem Leichnam schaute. »Ich habe es bereits überprüfen lassen. Die Drogen, die der Patient verabreicht bekam, waren legal. Ob es die Dosis, die er erhalten hat, auch war, wird sich noch zeigen.«

»Was willst du uns damit sagen, Hans?« Devcon sah dem Rechtsmediziner, mit dem er schon wesentlich mehr Tatorte besichtigt hatte als Urlaubsorte in seinem Leben, gespannt entgegen.

Dillinger schlug die Stirn in Falten. »Nun, Jim, du siehst sicher, dass dieser Mann weder von seiner körperlichen Konstitution noch von seiner Kleidung her in der Lage gewesen war, sich auf eigene Faust an diesen Ort zu begeben.«

»Kleidung ist gut«, schnaubte Devcon und fixierte das aus dünnstem Stoff bestehende Krankenhemd. Gleichzeitig ärgerte er sich einen Grind darüber, dass er seine Mütze zuhause an der Garderobe hatte hängen lassen. Sein immer schütterer werdendes Haupthaar, besonders am Hinterkopf, ließ seinen Schädel und damit den ganzen Körper deutlich schneller auskühlen als in jüngeren Jahren – die in einem Alter von exakt sechzig Jahren nicht erst seit gestern vorbei waren.

»Das heißt, die malträtierten Arme weisen Spuren von Eintrittswunden auf, die man sich bei einer Behandlung mit Infusionsnadeln zuzieht? Also im Krankenhaus?«, ließ sich Grafert vernehmen.

Dillinger nickte. »Der arme Teufel befand sich im Centrum für Tumorerkrankungen, Station 15.3«. Er blickte erst Grafert an, dann Devcon. »Das ist dort, wo sie die hoffnungslosen Fälle betreuen.«

Devcon zog die Stirn kraus. »Und woher weißt du das? Dass der Tote auf dieser Station war, meine ich?«

Dillinger deutete zum rechten Arm des Leichnams. »Kollege Grafert war so freundlich, mir die Identifikationsnummer durchzugeben. Steht auf dem Behelfsarmband, das der Tote am Handgelenk trägt. Wie jeder Patient. Ich musste nur noch in der Klinik-Datenbank nachschauen, zu der auch ich einen persönlichen Zugriff habe.«

»Das heißt, du konntest nicht nur seine Identität einwandfrei feststellen, sondern auch seine Krankenakte einsehen?«

»So ist es.«

Devcon rieb sich das Kinn und blickte Dillinger nachdenklich an. »Und, was meinst du? Besteht die Möglichkeit, dass der Mann bereits tot war, als er hergebracht wurde?«

»Das kann ich dir nicht beantworten, Jim. Jedenfalls nicht, bevor ich den Leichnam obduziert habe. Im Moment müsst ihr leider sämtliche Möglichkeiten in Betracht ziehen. Schlimmstenfalls ist es irgendeiner teuflischen Seele in den kranken Sinn gekommen, den armen Mann hier draußen jämmerlich erfrieren zu lassen. Aus welchem Grund auch immer.« Dillingers Augen schimmerten traurig hinter den Gläsern seiner randlosen Brille.

»Ich denke auch, dass ein vorsätzlicher Mord mehr als wahrscheinlich ist«, merkte Grafert an.

»Moment mal.« Devcon hob beide Hände. »Wenn ich das richtig verstanden habe, haben wir es hier mit der Leiche eines Mannes zu tun, der eher früher als später auch ohne Fremdeinwirkung gestorben wäre. Sehe ich das richtig?«

»Ja«, bestätigte Dillinger.

»Und trotzdem soll ihn jemand ermordet haben?« Devcon schaute zu dem Verstorbenen, in sein von Krankheit gezeichnetes, eingefallenes Gesicht. »Ein natürlicher Tod ist auf jeden Fall ausgeschlossen?«

»Du kennst die Antwort«, antwortete Dillinger und putzte sich die Nase mit einem Taschentuch aus Stoff. Dunkelblau an den Rändern und an einer Ecke mit seinen Initialen versehen. »Eine verbindliche Aussage dazu erhältst du nach der Obduktion.«

»Möglicherweise wurde ihm eine Überdosis an schmerzstillenden Mitteln verabreicht. Morphium oder so«, warf Grafert ein und rieb sich die Hände warm. Seine neuen Handschuhe aus schwarzem Kunstleder, die er sich zu einem Spottpreis im Internet bestellt hatte, sahen zwar gut aus, schützten jedoch nicht vor der Kälte.

»Könnte sein. Das muss aber nicht absichtlich erfolgt sein. Die Verabreichung einer Überdosis, meine ich«, erwiderte Dillinger und steckte sein Taschentuch wieder ein. Er ging in die Hocke und inspizierte die Unterarme des Toten. Sie waren mit dunklen Verfärbungen übersäht. Blutergüsse, die entweder von mehreren Konfrontationen mit einem harten Gegenstand zeugten, oder, wesentlich wahrscheinlicher, der Unfähigkeit einer ärztlichen Kraft, die Nadel der Spritze auf Anhieb korrekt zu setzen.

»Stopp«, rief Devcon, die Arme vor der Brust verschränkt. »Was wollt ihr mir verkaufen? Einen Mord? Oder einen Fehler bei der ärztlichen Behandlung? Entscheidet euch. Ich komme nämlich nicht mehr mit. Hauptsächlich deswegen, weil ich immer noch keine Idee habe, wieso der Tote ausgerechnet hier liegt. Die Leichen aus dem Hospital kommen normalerweise doch erst mal ins Kühlhaus.«

»Wenn niemand was zu vertuschen hat«, hörte er Grafert murmeln. Devcon schüttelte den Kopf, seinen Blick in Richtung des gleißenden Lichts der Scheinwerfer gewandt. Geblendet sah er schnell woanders hin. »Gut, angenommen, es hätte tatsächlich jemand einen Fehler gemacht. Und der hätte die berechtigte Angst, deshalb seinen Job zu verlieren. Dann geht dieser Jemand also hin, schnappt sich den Beweis seines Versagens«, Devcon wies mit einer ausladenden Handbewegung in Richtung des Leichnams, »und schmeißt ihn irgendwo in die Gegend?«

»Wohl kaum«, erwiderte Grafert und verzog den Mund. »Als Gegend würde ich den Platz vor dem Rathaus nicht bezeichnen. Und logisch wäre es, die Leiche verschwinden zu lassen.«

»Eben!« Devcons dunkle Augen funkelten. »Weder ein Behandlungsfehler noch ein Mord lässt sich besonders gut vertuschen, indem man die tote Person mitten in die Stadt schleppt. Das ist lächerlich!«

»Stimmt, weil sie dort schnell gefunden und garantiert obduziert wird. Und zwar genauestens.« Dillinger hob sein Brillengestell mit zwei Fingern an und massierte sich die Nasenwurzel. »Ich gebe zu, Jim, auch ich verstehe es nicht. Im Moment bin ich ratlos.«

»Scheint Standard zu sein, die Ratlosigkeit, im Zusammenhang mit diesem Leichenfund«, nuschelte Devcon und stieß hörbar die Luft aus. »Na, wie dem auch sei, zuerst müssen wir uns doch mal fragen, wie es überhaupt sein kann, dass der arme Kerl aus seinem Krankenbett verschwinden konnte.« Er hob beide Arme, ließ sie seitlich gegen seine Oberschenkel klatschen und merkte, dass auch seine Beine langsam kühl wurden. »Seit wann werden Patienten geklaut? Was soll das? Und vor allem, wie ist das möglich?«

Dillinger und Grafert wechselten Blicke und antworteten gleichzeitig: »Personalmangel?«

Devcon ließ ein Schnauben hören. Dazu setzte er ein Gesicht auf, das die dieselbe Ohnmacht ausdrückte, als wenn er mit einer Schneeschippe ausgestattet eine Lawine aufhalten sollte.

Er sah beide Männer nacheinander an. »Aber was soll das? Der Patientenklau, meine ich? Was ist der Sinn und Zweck? Die Aussage? Die Botschaft?« Er wandte sich speziell Sascha Grafert zu. »Habt ihr sonst nichts gefunden? Irgendein Utensil, dem man wenigstens einen kleinen Hinweis entlocken könnte?«

Grafert biss sich auf die Unterlippe. »Da war ein Stück Pappe.«

»Was?«

»Moment.« Grafert lief zum Wagen der Kollegen von der Spurensicherung. Deren Arbeit war beendet, die Materialien wurden verstaut. Grafert ließ sich etwas geben und kehrte zum Justitia-Brunnen zurück. Mit etwas Größerem in der Hand. Devcon erkannte braunen Karton unter der durchsichtigen Plastiktüte.

»Hier, Chef.« Grafert reichte ihm das Fundstück.

Devcon schaute den Kommissar mit zusammengezogenen Brauen an, registrierte das miese Gefühl, das ihn beschlich. Er betrachtete die Rückseite des Pappschildes. Leer. Er drehte es und seine Laune näherte sich dem Gefrierpunkt, als er die mit einem schwarzen Filsstift geschriebenen Buchstaben sah und las: Sie MÜSSEN es verstehen!          

2

 

Montag, in den frühen Morgenstunden …

Hinter ihren zugepressten Augenlidern brannte es. Wegen der Tränenflüssigkeit, die nicht nach außen dringen konnte. Sie hörte sich stöhnen vor Anstrengung. Doch so sehr sie gegen den Druck ankämpfte, der auf ihrem gesamten Körper lastete, sie konnte sich keinen Millimeter bewegen. Auch ihre Augen blieben geschlossen. Die Lider ließen sich nicht heben. Ganz gleich, wie sehr sie es versuchte. Weil sie zugenäht wurden?

Ihr Atem stockte, ein Feuerball schien durch ihr Inneres zu rasen, sie hatte das Gefühl, sämtliche Organe stünden in Flammen. In ihren Ohren rauschte es, als tobte ein Sturm auf hoher See. Wie lange lag sie nun hier? Wie eingemauert? Je mehr sich der Eindruck verflüchtigte, dass sie inmitten eines Albtraums fest hing, desto stärker wurden sie, die Symptome der Panik. Angst! Todesangst!

Ihre Sinne schwanden. Aber nicht ganz. Es blieb eine diffuse Wahrnehmung, wie von einem Fixpunkt außerhalb ihres Geistes gesendet. War das der Beginn des Sterbens? Gab es wirklich so etwas wie eine Seele, die den Körper verließ, wenn er seine Dienste versagte? Falls ja, wohin war sie unterwegs, ihre Seele?

In die Finsternis. Unterbrochen von flackernden Farbfetzen. Und überall Kälte. Erbarmungslose Kälte. Eine grausame Umgebung, schlimmer als Fegefeuer! Feuer fraß seine Beute schnell. Die Kälte ließ sich Zeit, lutschte ihr Opfer langsam und genüsslich aus. Die Hölle ist kalt, eine Eiswüste. Sie erinnerte sich, das mal irgendwo gelesen zu haben.

Sie stutzte. Weil sie realisierte, dass sie dachte! Eindeutig. Und Tote denken nicht …

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Steckbrief

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Motto beim Schreiben:
„Die Phantasie ist die schönste Tochter der Wahrheit, nur etwas lebhafter als die Mama.“ (Carl Spitteler)

Lieblingsroman in Sachen „Scheuklappenentfernung“:
Hans Erich Nossack: Spätestens im November

Bevorzugter Kleidungsstil:
Ich kann jederzeit auf eine Beerdigung gehen.

Lieblingsstadt:
Berlin? Florenz? Paris? London? Da gibt´s so viele!

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Was ich besonders liebe:
Geist, Freundschaft ohne Berechnung

Was ich besonders hasse:
Militante Menschen und lange Winter

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Was ich möchte:
Nie vor neun aufstehen

Was ich nicht möchte:
Ein Engel sein

Größte Schwäche:
SCHOKOLADE

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Größte Stärke:
Meine eher frohe Natur?

Lieblingsspruch:
Adam war Gottes erster Versuch, bei Eva hat sie alles hingekriegt.

Noch mehr Geständnisse

Noch mehr Geständnisse

Ich spiele ein wenig Klavier, mag Hunde, bin verheiratet, gehe gelegentlich auch mal an die Luft und fotografiere für mein Leben gern. Vor die Linse kommen mir dabei Leute, Landschaften, Burgen, das Meer, der Himmel…  siehe:  Schnappschüsse

Bälger

Ansonsten nutze ich die Zeit, „stundenlang am Schreibtisch rumzulungern“, meiner Phantasie freien Lauf zu lassen und eifrig mitzuschreiben. Was dabei herauskommt, können Sie gern nachlesen.

… Und wenn SIE mir mal schreiben möchten, zum Beispiel Ihre Meinung zu meinen Geschichten, dieser Webseite oder auch zu mir selbst, bitte hier lang: Kontakt.

Herzlichst,

Signatur

Geständnis

Geständnis

Ich war als Kind schon kriminell!

Sagt Mama. Wie sie darauf kommt, weiß ich nicht. An den nächtlichen Friedhofstouren (ich fand die roten Grablichtchen so schön) oder meinem Mut, auf der Hauptstraße Rollschuhe zu laufen (die war herrlich glatt asphaltiert) kann´s nicht gelegen haben. Ernsthaft in Berührung mit der Halbwelt kam ich erst bei meiner Berufsausbildung. Die absolvierte ich bei einer Bank …

Hands and burnning money - business concept

Beim Studium las ich dann Jean Genet, ein Literat aus Frankreich, den der Philosoph Jean Paul Sartre aus dem Knast geholt hatte.

„Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“. Sagte Sartre. Nun ja, für mich jedenfalls kein Grund, in Berufung zu gehen 😉